HPI im 10vor10 / FOKUS: Spendeneinbruch bei Hilfsorganisationen für Flüchtlinge

20. Juni 2017

Philippe Zahn vom schweizer Fernsehen hat uns auf Malta besucht und diesen interessanten Beitrag zur aktuellen Situation der NGOs gemacht.

"Der Flüchtlingsstrom aus Nordafrika hält an. Gleichzeitig geraten die privaten Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer Menschen retten, in die Kritik. Der Vorwurf: Sie würden mit ihren Rettungsaktionen das Geschäft der Schlepper anheizen. Die negativen Berichte haben zu einem Spendeneinbruch geführt. Was steckt dahinter?"

 

 

WATSON Reportage

20. Juni 2017

Sarah Serafini von WATSON hat uns auf Malta besucht und eine sehr persönliche und ausfürliche Reportage über unsere täglichen Einsätze geschrieben.

"Niemand mag mehr hinschauen – und doch passiert es jeden Tag: Menschen ertrinken vor den Toren Europas. Die zwei Appenzeller Piloten Fabio Zgraggen und Samuel Hochstrasser wollten bei dieser Tragödie auf dem Mittelmeer nicht länger Zuschauer sein. Mit ihrem Flugzeug suchen sie nach Flüchtlingen und retten diese vor dem sicheren Tod. Ich bin mit den beiden mitgeflogen."

http://www.watson.ch/Schweiz/International/787500450-Warum-zwei-Appenzeller-Piloten-im-Mittelmeer-Flüchtlinge-retten-müssen-–-eine-Reportage

Mittelmeermission 2017 läuft

27. April 2017

Die Humanitäre Piloteninitiative HPI hat dieses Jahr zum ersten Mal wieder Einsätze am Mittelmeer geflogen und war erneut bei der Rettung von mehreren hundert Bootsflüchtlingen beteiligt. Die Situation auf dem Meer zwischen Nordafrika und Europa hat die Ostschweizer Piloten und die anderen Helfer gefordert. Die Suchflüge in Zusammenarbeit mit Sea-Watch laufen noch den ganzen Sommer.

 

“Erst war es nur ein Punkt am Horizont, dann wurde schnell klar, dass die Situation unter uns zu eskalieren droht: Kilometerweit war kein Rettungsschiff zu sehen und es waren bereits einige der über 100 Menschen über Bord gegangen,” sagt Fabio Zgraggen, Pilot und Gründer der Humanitären Piloteninitiative HPI. Zusammen mit anderen Helfern entdeckte der Ostschweizer am Ostersonntag ein in Seenot geratenes Flüchtlingsboot, das von der libyschen Küste her kam. “Durch spezielle Flugmanöver konnten wir einen libyschen Fischer auf das sinkende Schlauchboot aufmerksam machen. Dieser hat mehrere Menschen aus dem Wasser gezogen. Gemeinsam mit den von uns über Funk alarmierten Schnellbooten der privaten Rettungsorganisationen Jugend rettet und MOAS konnte Schlimmstes verhindert werden,” so Zgraggen. Sieben Flüchtlinge überlebten den Vorfall nicht. Eine Woche zuvor ertranken bei einer ähnlichen Situation 97 Menschen.

 

Beunruhigende Beobachtungen

 

Mit Unterstützung der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch realisiert HPI seit dem 13. April wieder Suchflüge über dem Mittelmeer, um in Seenot geratene Flüchtlingsboote der Küstenwache, anderen staatlichen und auch privaten Rettungsorganisationen zu melden. Schon letzten Sommer waren die Ostschweizer Piloten im Einsatz und konnten bei der Rettung von rund 1200 Menschen helfen. „Dieses Jahr werden es ziemlich sicher mehr sein,“ sagt Fabio Zgraggen. „Beunruhigend ist auch die Beobachtung, dass in einigen heiklen Situationen die Hilfe der staatlichen Rettungskräfte fehlte. Wir haben aus der Luft eine sehr gute Übersicht über die Situation – und darüber, welche Schiffe sich wo befinden. Wir konnten während den vergangenen Tagen beobachten, dass die Schiffe der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex nicht im Einsatzgebiet waren,“ so Zgraggen weiter.

 

Lösung: Sichere Wege für Asylanträge

 

Die Humanitäre Piloteninitiative HPI wird den ganzen Sommer über dem Mittelmeer Suchflüge organisieren. Damit weiterhin Menschenleben gerettet werden können, ist die Organisation auf Spendengelder angewiesen. „Wir wären froh, wenn unsere Arbeit nicht nötig wäre,“ sagt Zgraggen. „Wir sind uns bewusst, dass das, was wir tun, reine Symptombekämpfung ist. Der einzige Weg, das Sterben im Mittelmeer langfristig zu verhindern, scheint im Moment unter anderem die Schaffung sicherer Einreisewege.“ Die Humanitäre Piloteninitiative HPI unterstützt die Forderungen mehrerer Organisationen (u.a. Frontex, siehe Box) legale und sichere Wege für Flüchtlinge zu schaffen, damit diese einen Asylantrag stellen können. Zum einen können so Menschenleben gerettet, zum anderen Asylanträge systematischer kontrolliert, genehmigt oder auch abgelehnt werden. Und nicht zuletzt wird der illegalen Schleppertätigkeit am Mittelmeer ein Riegel geschoben.

 

SOLIMED CONFERENCE 2016

8. Oktober 2016

Mehrere Hilfsorganisationen, welche rund um das Mittelmeer im Einsatz sind, sitzen am kommenden Wochenende in Valencia an einen Tisch und wir sind dabei! 

Diskutiert wird am Solimed 2016 unter anderem über die Verbesserung der Koordination zwischen zivilen Organisationen und staatlichen Behörden im Bereich der humanitären Hilfe am Mittelmeer. Wir freuen uns auf neue Kontakte und einen intensiven Austausch von Erfahrungen und Informationen, um unsere kommenden Einsätze noch effizienter durchführen zu können.

2. MITTELEUROPÄISCHES FLUGRETTUNGSSYMPOSIUM

8. Oktober 2016

Das HPI-Team wird am diesjährigen mitteleuropäischen Flugrettungssymposium teilnehmen. Wir arbeiten konstant daran unser Team weiterzubilden und für zukünftige Projekte optimal vorzubereiten und auszubauen. Wir sind gespannt auf die Inputs von den langjährigen Profis und freuen uns auf einen spannenden Tag. Mehr infos zu diesem Event finden sie HIER.