SEENOTRETTUNG

Gemäss dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ertranken im Jahr 2016 über 5000 Menschen bei ihrer Flucht im Mittelmeer. Boote in desolaten Zuständen, fehlende Navigationsmöglichkeiten und zu spät eintreffende Rettungskräfte sind unter anderem die Ursachen für Flüchtlingsdramen, wie sie mehrfach dokumentiert sind. Um das Flüchtlingssterben einzudämmen, engagieren sich rund um das Mittelmeer verschiedene staatliche und zivile Hilfsorganisationen. In diesem Kontext übernimmt HPI die Aufgabe der zivilen Luftaufklärung.

 

Ziele von HPI

Um die staatlichen und zivilen Organisationen vor Ort bei der Seenotrettung zu unterstützen, organisiert HPI eine zivile Luftaufklärung über dem Mittelmeer. Ziel ist es, die Position und den Zustand der Flüchtlingsboote der Rettungsleitstelle MRCC Roma und den Hilfsorganisationen vor Ort zu melden, sodass diese möglichst effektiv helfen können.

 

Warum sind Suchflüge nötig?

Mit dem Flugzeug kann in kürzerer Zeit ein viel grösseres Gebiet abgesucht werden als mit dem Schiff. So können die Flüchtlingsboote schneller lokalisiert, deren Zustand abgeklärt und die Schiffe von Hilfsorganisationen an die richtigen Stellen gelotst werden. Das spart Energie, Zeit und Geld. Die Triage und die Rettungseinsätze können effizienter durchgeführt werden.

 

 

 

Einsätze

HPI organisiert von Malta aus Suchflüge vor der libyschen Mittelmeerküste, um in Seenot geratene Flüchtlingsboote zu sichten. Dabei werden die Position und der Zustand der Boote der staatlichen Seenotrettungsleitstelle MRCC Rom gemeldet, welche weitere Massnahmen zur Rettung der Flüchtlinge einleitet. Um die Seenotrettung möglichst effizient durchführen zu können, arbeitet HPI eng mit zivilen Organisationen wie Sea-Watch, Ärzte ohne Grenzen, SOS Méditerranée u.a. zusammen.

 

 

 

Sea Watch

Die private deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch leistet seit Juni 2015 mit einem eigenen Rettungsschiff Nothilfe für Flüchtlingsboote in Seenot, zunächst nur vor der libyschen Küste, seit November 2015 auch vor der griechischen Insel Lesbos. HPI stand seit Anfang seiner Gründung in engerem Kontakt mit Sea Watch. HPI profitiert vom Know-How und Netzwerk von Sea Watch, dieser wiederum stellen wir unser fliegerischs Können zur Verfügung. 

 

 

Watch the Med

Die internationale Hilfsorganisation Watch the Med registriert Todesfälle und Übergriffe sowie unterlassene Hilfeleistungen auf dem Mittelmeer und leitet allenfalls rechtliche Schritte ein. Neben den Suchflügen wird HPI auch diese Unregelmässigkeiten registrieren und die Daten an Watch the Med weitergeben.

 

EINSATZGEBIET

Viele Flüchtlingsboote legen in Libyen ab und fahren Richtung Süditalien. Die meisten Hilfsorganisationen sind vor der libyschen Küste aktiv, wo die Hilfe am meisten gebraucht wird.
HPI fliegt deshalb vor der libyschen Küste ihre Suchflüge.

 

 

FAZIT 2016

Während zwei Missionen im Sommer 2016 war HPI an der Rettung von 1200 Flüchtlingen beteiligt. Die Zusammenarbeit mit zivilen Organisationen und Behörden konnte laufend intensiviert werden. Bei der zweiten Mission wurden das Flugzeug und die Crew von HPI regelmässig ins Dispositiv der staatlichen Rettungskräfte einbezogen.